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MUTLOS KANN AUF DEN 2. BLICK DOCH AUCH MUTIG SEIN!

Was haben wir erwartet? Steigende Fallzahlen, viele mutierte Viren – hätte man wirklich jetzt eine komplette Öffnung erwartet? Und in 2 Monaten würden wir immer noch ums wirtschaftliche Überleben kämpfen und mit grossen Einschränkungen leben und arbeiten müssen, weil die Fallzahlen kaum mehr runterkommen, unsere Spitäler wieder überlastet sind und dann die wirtschaftlichen Auswirkungen noch dramatischer werden. Eine dritte Welle wäre dramatisch.

 

Nein, ich bin nicht nur einverstanden mit der Politik des Bundesrates. Wahrscheinlich wäre meine Meinung sogar anders, was das Thema Umgang mit Viren und Impfungen angeht. Doch die Schweiz ist diesen Weg gegangen. Zum Teil sind wir auch dem Druck der Nachbarländer ausgeliefert. Obwohl das Thema Skigebiet bewiesen hat, dass andere Wege ebenfalls möglich sind. Ich habe bei meinem letzten Post von Mut gesprochen. Ich bin immer noch der Meinung, dass es Mut und Pionierleistungen braucht. Doch es braucht auch Mut für Klarheit und Mut für Achtsamkeit. Mut im falschen Moment ist nicht zielführend. Mut kann eben manchmal auch bedeuten, dass es auf den ersten Blick mutlos aussieht und man dies anerkennen muss. Heute wäre aus meiner Sicht definitiv der falsche Moment gewesen, um einen allzu mutigen Schritt zu wagen.

 

Man musste die letzten 3 Monate auf viel verzichten. Trotzdem haben wir durchgehalten. Wäre es jetzt nicht schade, wenn man etwas riskieren und der dritten Welle in die Arme laufen würde. Somit ist die sehr vorsichtige Strategie nicht nur mutlos. Denn wenn die Nerven einer Bevölkerung blank liegen, wenn eigentlich niemand mehr mag und man weiss, dass es doch nur noch ein paar Meter braucht, dann wird es erst wirklich herausfordernd. Im letzten Moment wird doch noch über Sieg oder Niederlage entschieden. Obwohl das Ziel schon so Nahe liegt, müssen auch die letzten Meter absolviert werden. Ein Marathon ist erst im Ziel bestritten und gewonnen. Und auf jeder Strecke sind die letzten Meter die schwierigsten.

Und nun befinden wir uns auf den letzten Metern. Und in dieser Situation können wir uns fragen, was richtig ist. Manchmal kann Mut sogar bedeuten, dass man entscheidet aufzugeben. Manchmal bedeutet Mut zu akzeptieren, dass die Bedingungen hart sind, man sich durchbeissen und den eingeschlagenen Weg weitergehen muss. Umkehren kann die Niederlage bedeuten, auch wenn ein anderer Weg schneller gewesen wäre. Doch nicht mehr kurz vor dem Ziel! Und manchmal bedeutet Mut, wirklich im richtigen Augenblick Vollgas zu geben, alles auf eine Karte zu setzen. Erfolgreich sind diejenigen, die den richtigen Moment erkennen und entsprechend handeln.

Wenn auch einige andere Meinungen oder ein anderes Bewusstsein haben. Die Gesellschaft hat ebenfalls ein Bewusstsein. Dieses Bewusstsein hat die bisherige Corona-Strategie bestimmt. Es bringt nichts mehr, kurzfristig zu denken oder Mechanismen und Denkmuster zu sabotieren. Wir stecken in einem langen Prozess und ich hoffe nicht, dass die Krise noch so lange dauern wird.

Also beissen wir uns nochmals durch, machen das Beste auf den letzten Metern. Verlieren wir nicht unsere Nerven. Seien wir mutig und beginnen mit Akzeptanz, neuen Ideen und guten Vorbereitungen unsere Zukunft zu planen und uns für die Zeit zu rüsten, wenn es wieder besser wird. Und als Optimistin bin ich mir sicher: Es wird wieder besser. Sicher wird es nicht mehr sein wie vor der Krise. Doch gerade die Gastronomie ist ein Bedürfnis unserer Gesellschaft. Man will sich treffen. Man will sich verbinden und man möchte Beziehungen spüren und pflegen. Alle haben so lange darauf gewartet und darum wird man es umso mehr geniessen wollen.

Es chunnt guet.

Fabienne Ballmer