Das Glück

Ich wurde mit einer Fehlstellung der Hüfte geboren. Viele Operationen haben mein Leben begleitet. Nebst viel Training musste ich schon früh lernen, Balance zu halten – körperlich wie innerlich. 
Eine weitere Operation in diesem Jahr, diesmal auf der anderen Seite, hat mich gezwungen, diese Balance erneut zu finden. Mit einer veränderten Beckenstellung zu leben bedeutete nicht nur Rehabilitation, sondern vor allem Akzeptanz.

Das Schwerste ist nicht das Training, sondern anzunehmen, dass meine Hüfte nicht „normal“ ist und lebenslang Aufmerksamkeit und Sorgfalt braucht.
Es gab Momente, in denen ich mich gegen diese Realität gewehrt habe, in denen ich mich als Opfer meines Schicksals sah. Doch genau dort begann etwas anderes. Glück und Leben zeigten sich nicht als Lösung oder Ergebnisse und Erfolge, sondern als Haltung und Prozess: das Angehen und Konfrontieren statt das Verdrängen. 
Probleme und Herausforderungen wird es immer geben – gewisse verschwinden, neue kommen. Deshalb müssen wir lernen, Probleme konstruktiv zu integrieren. Nur so können sie sich transformieren.

Vielleicht gilt das auch für das wirtschaftlich schwierige Jahr 2025. Stabilität entsteht nicht durch ideale Voraussetzungen, sondern durch die Fähigkeit, mit Einschränkungen umzugehen und weiterzugehen. Glück bedeutet, Balance immer wieder neu zu lernen und in Bewegung zu bleiben – auch wenn mehrere Bälle gleichzeitig jongliert werden müssen.

Happy End of 2025