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Was ich jungen Mütter rate:

Was ich jungen Mütter rate:

Kurz zur Historie. Ich selbst wurde früh Mutter. Mein erstes Kind habe ich noch während meiner Ausbildung an der Hotelfachschule geboren. Ich war jung und voller Tatendrang, ungeduldig und dachte wahrscheinlich, das Leben sei schon fast vorbei;). Trotzdem habe ich doch einige Zeit nicht gearbeitet. Also stopp – nicht gearbeitet: Ich hatte drei Kinder im Alter von 1 – 5 Jahren und damit eigentlich ganz viel Arbeit. Und klar, wer mich kennt weiss, ruhig war ich (leider) nie. Ich habe immer noch etwas neben den Kindern und dem doch nicht kleinen Haus getan, viel Ehrenamtliches. Ich leitete Muki und Kitu, was ja mit den Kindern auf der Hand gelegen ist, war in der RGPK und hatte sonst hie und da ein Ämtli. Als mein Jüngster dann in den Kindergarten kam, bin ich nach 3-jähriger Babypause wieder ins Berufsleben eingestiegen. Wahrscheinlich waren damals meine Ungeduld und meine Neugier die treibende Kraft.

Und heute sind meine Kinder knapp 18, 16 und ganze 14 Jahre alt. Mein Pensum ist hoch. Auch dies vielleicht meiner Neugier und Freude am Leben und am Tun geschuldet. Trotzdem sitze ich gerne entspannt beim Mittagessen.
Es ist mir unglaublich wichtig, dass ich es mit meinen Kindern teilen kann. Ich liebe das Mittagessen, die Mitte des Tages, dort wo man richtig im Saft ist und nochmals Energie tanken kann für so vieles. Darum ist es mir auch so wichtig, meinen Kindern am Mittag eine Art Oase zu bieten. Ihnen den Wert dieser Gemeinschaft mitzugeben. Ich möchte nicht, dass sie gestresst nach Hause kommen und sich dann irgendetwas wärmen müssen und sich anschweigen. Und klar, es gibt auch bei mir Momente, in denen ich im Stress bin, aber auch das gehört zum Leben. Auch das dürfen Kinder erleben. Sogar unbedingt. Aber zurück zum Thema. Ich sitze am Mittagstisch und denke, wo ist die Zeit geblieben. Bald ist es vorbei und alle sind ausgeflogen. Und dann kommt dieser Wehmut, all der Stress ist vergessen und ich denke «manno – jetzt bist du 42 – die Zeit ist verflogen».
Manchmal sehe ich beim Einkaufen oder auf sozialen Medien gestresste Mütter mit kleinen Kindern, die in einen Tagesablauf passen müssen. Und dann gehen mir Gedanken durch den Kopf und ich würde am liebsten sagen:

Liebe jungen Mütter,

Geniesst eure Kleinkinder. Keine Sitzung, keine Party, kein Amt läuft davon. Eure Kinder lernen laufen, ohne euch zu fragen. Die strahlenden und funkelnden Augen, wenn sie mit euch Guetzli ausstechen, kommen nicht zurück. Die Ruhe, die ihr ihnen als Kleinkinder gewährt, weil ihr nicht von Pontius bis Pilatus rennen müsst, werden sie später nicht nachholen können. Die Nestwärme brauchen sie mit 16 nicht mehr. Ihnen nützten später auch die Nike Jordans nichts, wenn sie in jungen Jahren nicht tagelang zuhause in Strumpfis rumrennen durften und einfach sein konnten.
Oder wenn sie krank sein durften und dabei nicht abgegeben, sondern getröstet wurden. Wenn sie nicht einfach in den Tag hineinleben konnten, ohne dass sie jeden Morgen um 5 Uhr aus dem Schlaf gerissen und irgendwohin chauffiert wurden. Darum rate ich nach meinen 18 Jahren als Mutter, die heute einiges anders machen würde: Geht das Leben mit Kindern viel gelassener an, denn nichts rennt davon. Lasst das «perfekt» sein wollen. Denn perfekte Mütter wollen und brauchen die Kinder nicht. Kinder möchten sich entwickeln und in einem perfekten Umfeld haben sie keine Chance dazu. Es rennt auch keine Karriere davon. Geniesst die Zeit, wenn die Kinder klein sind. Geniesst die Trainerhosentage, umgeben von Windel- und Stillschlammassel, auch sie kommen nicht zurück. Die schönen Kleider im Regal warten. Die Partys finden auch 18 Jahre später noch statt. Die Highheels rennen auch nicht davon. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, in dem ihr froh wärt, einfach in Turnschuhen mit einem Kinderwagen zum Dorfladen spazieren zu können;-).
Oder mit dem Kind im Tragetuch eine Runde zu drehen. Früher dachte ich, oh wie mühsam da zuhause, wie gerne würde ich nach Zürich zum Shoppen gehen. Heute stehe ich in der Bahnhofstrasse, beobachte die «perfekten Mütter» und denke: Oh wie gerne wäre ich doch wieder einmal in Leggins und Turnschuhen, Zöpfli und Stirnband und dem Chariot unterwegs zur Brätelstelle, wohin wir das Mittagessen verlegt haben. Kein Hetzen nach der grossen Welt.
Dann sag ich mir: Ich hätte es noch viel mehr machen und geniessen sollen. Und ich weiss, wenn man dies vielleicht als junge Mutter liest, denkt man: Ja, aber die Abwechslung braucht es doch auch – ja, da gebe ich recht. Das ist völlig ok. Mütter dürfen arbeiten. Aber Mütter dürfen auch Mütter sein und arbeiten, ohne dass man denkt, es gäbe kein Morgen mehr. Man darf es gelassen nehmen. Und vielleicht einmal etwas länger warten auf etwas und auch vermehrt im Sinne der Kinder handeln.
Denn nichts ist so wichtig wie unser Nachwuchs. Nachwuchsförderung beginnt bei unseren Müttern. Und so, wie wir den Samen pflanzen, so wie wir die zarten Pflänzchen giessen und zu ihnen schauen, so werden sie sich später
entwickeln. Je mehr Sorgfalt und Achtsamkeit man ihnen als Klein schenkt, desto besser können sie sich entfalten und sind im Endeffekt sogar robuster.

Und zum Abschluss: Ja, es ist dringend auch eine Aufgabe für unsere Gesellschaft, unseren Staat, Frauen einen einfacheren Wiedereinstieg zu ermöglichen und die Stärken einer Mutter zu erkennen und sie nicht nur auf Weiterbildungspapiere und Anzahl Stunden on the Job zu reduzieren. Und dann braucht es auch Frauen, die den Mut haben, dies zu leben und zu fordern. Hinzustehen für das, was sie sind, den Mut haben, Frau und Mutter zu sein, jedoch auch den Mut haben, nach Babypausen wieder einzusteigen. Den Mut haben, loszulassen. Und übrigens nein es soll nicht eine Hommage an ein altes konservatives Frauenrollenbild sein, eher das Gegenteil; ein Bild einer selbstbewussten Frau und Mutter die zu ihrem Sein, ihrer Rolle und ihrem Potential steht.

Und noch was; Lippenstift und Minijupe geht auch beim Mittagessen kochen . 

fabienneballmer.ch 

 

 

 

 

 

 

 

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VON FRÜHEN UND ANDEREN VÖGEL UND WARUM ICH FÜR DIE NACHT SCHWÄRME – für alle, die nicht gerne früh aufstehen und so

VON FRÜHEN UND ANDEREN VÖGEL UND WARUM ICH FÜR DIE NACHT SCHWÄRME – für alle, die nicht gerne früh aufstehen und so

 

Kennt Ihr dieses Gefühl, wenn Ihr LinkedIn aufmacht und alle darin erzählen, wie diszipliniert sie sind?

Wie strebsam – wie sie plötzlich aus dem Nichts die Erleuchtung hatten und jetzt «Superhero» sind oder ein erfolgreiches Startup nach dem anderen aus dem Boden stampfen. Und ganz wichtig, alles tun sie dies vor 8 Uhr morgens. Alle sind unfassbar strukturiert. Natürlich darf das unglaublich durchgeplante Sportprogramm, der gesunde Ernährungsstil und nicht zu vergessen, Joga oder sonstige Meditation jeden Tag keinesfalls fehlen. Ja sonst geht ja gar nichts.
Und dann scrolle ich durch und denke, wow, wow und nochmals wow. Und plötzlich fühlt sich mein Leben als der grösste Reinfall an und ich denke ja kein Wunder, ich sollte doch auch schon um 8 Uhr alle meine Mails, Meditation und das super gesunde Frühstück dazu erledigt haben. Fakt ist: Hab ich nicht! Und dann beginnt der Wettlauf mit der Zeit.

Das Gefühl, allem schon hinterher zu rennen, weil alle anderen ja schon so viel erledigt haben. Wenn mich jemand um acht Uhr anruft, ja nicht zu zeigen, dass es mich eigentlich gerade unglaublich anwidert zu telefonieren und so zu tun als wäre das Leben 24/7 eine Party. Eigentlich bräuchte ich ja einfach meine Morgenruhe. Nein auch keine verflixte Meditation, auch kein Powerfrühstück, weil ich Essen vor 10 Uhr nicht mag. Doch traut man sich dies in der heutigen Zeit noch zu erzählen? Das Beste kommt noch, unbedingt kalt duschen, damit der «Mind» voll auf Leistung ausgerichtet ist. Dass ich mir beweisen kann, dass alles nur Sache meiner Einstellung ist. Weiter, die Welt gehört den Machern!
Denjenigen, die immer gerade alles anpacken – reissen. Denjenigen, die eine Entscheidung innert Sekunden treffen. Am Besten gehört eine missglückte und tragische Kindheit dazu, damit man zeigen kann, was man so erreicht hat, trotzdem. Alles andere ist faul, undiszipliniert und sind Erfolgskiller. Schon gar nicht, wenn man noch sagen würde, dass es einem in der Kindheit an nichts fehlte, Möglichkeiten hat und trotzdem manchmal bis 11 Uhr morgens schläft. Aber hallo?! Deine Eltern waren doch Geschäftsleute. Ehm ja und auch die haben ausgeschlafen und nicht meditiert und manchmal zu viel getrunken. Und ja trotzdem hatten sie Erfolg. Sowas in der heutigen Zeit, undenkbar!

Und so habe ich mich auch immer mal wieder anzupassen versucht. Es kam so weit, dass wenn ich um halb Ein Uhr morgens noch ein E-Mail verfasst habe, dieses dann aber erst um 8 Uhr morgens los- schickte. Weil, es gehört sich doch nicht, so spät E-Mails zu versenden. Was ist denn mit der los? Aber Herrgott nochmal, um 5 Uhr morgens ist völlig ok?!

So jetzt könnte man meinen, dass alles was ich geschrieben habe, den Zustand beschreibt, dass wenn jemand voller Energie ist und dadurch manchmal gegen eine Wand läuft, weil er den «Pause» Gang nicht mehr findet. Oder wenn jemand Frühaufsteher ist oder regelmässige Abläufe liebt, ihn verurteile. Nein ganz und gar nicht. Wenn diese Person so ist und damit sein Leben und sein Potential lebt und damit auch erfolgreich und zufrieden ist, ist das völlig ok. Doch es gibt ganz viele andere Wege. Lang nicht alle sind Frühaufsteher und der Biorhythmus lässt sich da auch nicht ändern. Ja vielleicht wenn ich es mir so antrainiere. Doch ist dies für meinen Energiehaushalt dann wirklich gesund? Wenn ich mir vorstelle, wie viel Energie es mich kostet, wenn ich früh aufstehen muss. Und glaubt mir, auch ich hatte Phasen im Leben, da musste ich sehr früh aufstehen. Doch geändert hat sich nichts. Mein Rhythmus ist ein anderer. Ich hasse Diäten, ich hasse immer das Gleiche zu tun, ich hasse es jeden Tag zu meditieren, vor allem wenn der Wein am Vorabend gut war. Und ja, ich hasse es immer gegen meinen eigenen Rhythmus anzugehen. Bin ich deswegen weniger erfolgreich in dem was ich tue?
Nein, doch ich tue es vielleicht einfach anders. Ich teile mir den Tag auch anders ein. Am liebsten auch, wenn dies nicht immer möglich ist, mit Mittagsschlaf. Dieser tut mir unglaublich gut und ich arbeite danach doppelt so schnell. Aber eben, der ist nicht immer möglich.
Und darum appelliere ich: hören wir endlich auf zu glorifizieren. Oder eine Perfektion in Sachen Leistung anzustreben, die ungesund ist und vielen eigentlich schwerfällt. Ich bin auch für Leistung. Ich liebe es zu leisten, aber in meinem Takt. Und nicht alle erfolgreichen Menschen sind Frühaufsteher. Nicht nur gesunde Nahrung führt zu einem ausgewogenen guten Körpergefühl.
Manchmal tut über die Stränge leben der Seele ganz gut. Vielleicht braucht es in jedem Unternehmen Chaoten, doch es braucht auch die Disziplinierten. Darum lassen wir alle so sein, wie sie sind und dann staunen wir plötzlich, was da für Leistungen gemeinsam möglich sind, auch bei einem «Nachtschwärmer».

Viel wichtiger ist, seinen eigenen «Lebensflow» zu leben, der Erfolg kommt dann automatisch. Es kommt mir vor, egal was ich sage oder wie ich umgehe; Hauptsache ich habe meditiert, meinen Mindset eingestellt und mich in Disziplin geübt.

 

fabienneballmer.ch 

 

 

 

 

 

 

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Weshalb der Service dringend mehr Wertschätzung verdient, weshalb der Ausgangspunkt bei der Branche selbst liegt und warum Gastfreundschaft „Hingabe“ ist. Einen Applaus für die Menschen an der Front!

Weshalb der Service dringend mehr Wertschätzung verdient, weshalb der Ausgangspunkt bei der Branche selbst liegt und warum Gastfreundschaft „Hingabe“ ist. Einen Applaus für die Menschen an der Front!

 

Der Serviceberuf kämpft um sein Image. Das ist eine Tatsache. Es ist höchste Zeit, diesem wertvollen Beruf wieder den Glanz von früher zurückzugeben.

Der Bezeichnung für den Beruf wurde in den letzten Jahren mehrmals geändert. Momentan gelten die Begriffe Restaurantfachfrau oder -mann. Doch das weiss kaum jemand. Wer sich nicht allzu sehr mit der Gastronomie befasst, weiss nichts von den wechselnden Berufsbezeichnungen. Doch was in meinen Augen noch viel schlimmer ist, man assoziiert mit diesem Beruf viel zu wenig, was eigentlich eine ausgebildete und gute Servicekraft ausmacht und welchen Stellenwert eine Fachkraft hat. An dieser Stelle möchte ich denjenigen applaudieren, die auch nach den letzten 2 Jahren dem Beruf treu geblieben sind, die trotz Kurzarbeit und geschlossenen Betrieben immer noch in der Gastronomie, insbesondere im Service, arbeiten. Es ist die Leidenschaft die einem hält.

Die Menschen sind nicht einfacher geworden. Nein, im Gegenteil. Von der Dienstleistungsbranche erwartet man mehr Dienstleistungskompetenz als noch vor 10 Jahren. Die Menschen sind wählerischer, zum Teil auch sensibler und sie haben höhere Erwartungen. Nicht zu unterschätzen ist, dass viele Gäste nervlich belasteter sind als früher.  Darum ist der psychische Druck auf die Mitarbeiter an der Front nicht zu unterschätzen.

Der Serviceberuf beinhaltet viele emotionale Komponenten. Das Essen kann noch so gut sein, wenn der Service falsche Emotionen übermittelt, dann hat das beste Essen kaum Chancen, als solches wahrgenommen zu werden, geschweige denn, dass es in positiver Erinnerung bleibt. Emotionen können verstärkt werden. So auch das gute Gefühl, aber eben auch das schlechte Gefühl. Darum geht es auch um eine sehr sensible Angelegenheit. Und genau da liegt die grosse Kunst des Servicepersonals, dies wahrzunehmen, damit umzugehen und dann die richtige Führung im Prozess zu übernehmen, um für den Gast das beste Erlebnis zu bieten.

Dies ist eine Kunst. Und eigentlich eine grosse emotionale und zum Teil auch Arbeit auf psychischer Ebene. All dies absolvieren die Servicemitarbeiter unter Zeitdruck und mit hohem Dienstleistungsgedanken. Zudem müssen sie Multitasking-fähig sein und neben allem über ein grosses Fachwissen und ein gutes Auftreten nach den Gegebenheiten verfügen, um auf jegliche Interessen der Gäste eingehen zu können und sie abzuholen.

Eine Lehre im Service ist somit weit mehr als Teller tragen und Servietten falten. Ich gebe zu, dies hat man auch schnell gelernt. Doch der Unterschied in der Professionalität liegt darin, ob man auch mit unterschiedlichen Gästen und unter grossem Zeitdruck noch die gleiche Professionalität und menschliche Qualität hinbekommt. Zudem muss ein guter Servicemitarbeiter ein Verkaufsprofi in einer Gastgeberrolle wahrnehmen können. Und aus diesen Gründen muss diesem Beruf dringend wieder sein verdienter Respekt gezollt werden. Heutzutage mehr denn je. So wie man es für die Gastronomie in der Krise tat. Auch wenn man ohne die Gastronomie auskommen kann, hat die Krise bewiesen, dass ohne sie eben doch enorm viel fehlt. Die Gastronomie ist eine Art «offene Stube» für die Gesellschaft. Und der Service macht den Besuch erst zu einem schönen Erlebnis. Und somit gilt auch für den Service, man könnte ohne, doch es fehlt etwas. Und auch aus diesem Grund gebührt unseren Mitarbeitern an der Front ein weiterer Applaus.

Was können wir tun, dass genau dieser Service wieder geschätzt wird? Noch mehr Fachwissen? Ja, Fachwissen ist wichtig und ist wie das Messer und die Zutaten eines Kochs. Dazu wie schon erwähnt ist die Liebe zum Menschen, zum Gast und die damit verbundene eigene Persönlichkeit ebenso wichtig oder eben sogar wichtiger?

Darum appelliere ich in der Ausbildung noch mehr Gewicht auf die individuelle Persönlichkeitsentwicklung zu legen, damit sich unser Nachwuchs überhaupt zu dem entwickeln kann, was heute von unseren Gästen erwartet wird. Ich bin überzeugt, wenn die Persönlichkeit gefördert wird und man die Liebe zum Gast entfachen kann, dann sind die Servicemitarbeiter gewillt, sich das nötige Fachwissen anzueignen. Und noch was. Küche und Service sind zwar zwei verschieden Berufe, jedoch mit dem gleichen Ziel: den Gast glücklich zu machen. Deshalb stehen sie sich viel näher als sie sich vielleicht eingestehen. Und je bewusster einem diese Tatsache ist, aber auch je mehr man die andere Art von Arbeit versteht, desto intensiver kann der Flow zwischen den beiden entstehen und umso grösser wird die Freude an der gemeinsamen Sache. Dass sich dies positiv auf die Gäste auswirkt, ist selbsterklärend.

 Was ist somit zu tun?

Liebe Köchinnen und Köche, geht an die Front, spürt wie es ist, euer Essen zum Gast zu bringen und die passenden Emotionen zu übermitteln. Und lieber Service, steht in die Küche und spürt, wie es ist, etwas zu erschaffen und ein Geschmacksbouquet für eine wildfremde Person zu kreieren, welches diese ganz besonders mag und womit im Gaumen Emotionen ausgelöst werden. Es muss näher zusammengerückt werden. Es soll mehr Verständnis füreinander geschaffen werden und wir müssen erkennen, dass man am Schluss eine Einheit ist. Das ist die Zukunft. Im Service muss man wegkommen von sturen Abläufen und sturen Kleidervorschriften, die nicht mehr zeitgemäss sind. Oder vielleicht passen sie nicht mehr überall. Gerade den jungen Menschen muss man die Chance geben, sich persönlich zu entwickeln. Nur so sind sie überhaupt in der Lage, ein Kundenbewusstsein zu entwickeln. Denn Kundenorientierung hat etwas mit persönlicher Reife zu tun. Und je mehr man diese schult, desto eher können sie sich in die Bedürfnisse anderer hinein spüren und versetzen. Spüren können wir alle, nur müssen wir uns getrauen. Und damit wir uns getrauen, müssen wir die Möglichkeit dazu erhalten. Dies erfordert eine klare Führung und sie beginnt mit der Hingabe des Chefs zu seinen Mitarbeitern. Mit neuem Bewusstsein und neuem Berufsstolz bin ich überzeugt, dass der Serviceberuf und die Dienstleistung wieder ihre verdiente Anerkennung erhalten werden. Wir brauchen keine Königshäuser um das Dienen zu lernen. Doch wir brauchen das Feuer für die Gastfreundschaft und die Liebe zum Menschen.  Wie viel Wertschätzung man erhält hat damit zu tun, wie viel Wert man sich selbst gibt. Das gilt auch für alle anderen Berufsbilder.

 

Fabienne Ballmer  

 

 

 

 

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Werte bestimmen den Erfolg von Familienunternehmen über mehrere Generationen

Werte bestimmen den Erfolg von Familienunternehmen über mehrere Generationen

Alle drei Jahre findet in Basel die Holzmesse statt. Und da war ich zusammen mit meiner ältesten Tochter auch diese Woche zu Besuch. Doch was habe ich mit der Holzmesse zu tun?
Ich habe meinen Bruder besucht, er ist Aussteller an der Messe mit seiner Firma. Früher war mein Vater in seiner Position. Die Firma meines Bruders wird nämlich in zweiter Generation geführt. Aus diesem Grund ist es für mich selbstverständlich hin zu gehen. Einerseits weckt es Erinnerungen, doch der viel grössere Teil ist der Teil des Respektes und der Dankbarkeit. Der Dankbarkeit gegenüber meinem Vater, der zusammen mit meiner Mutter mit seiner Firma für unsere Familie und hoffentlich für weitere Generationen eine Existenz aufgebaut hatte. Und natürlich, dass mein Bruder dieses Werk meiner Eltern weiterführt.

Respekt für den Mut, welchen mein Vater dazumal hatte und seine geleistete Arbeit und natürlich ebenfalls für seine Grösse, im richtigen Moment zurück zu treten und es so weiterzugeben, dass weitere Generationen sich etwas aufbauen können. Aber was hat dies mit einer Messe zu tun? Warum gehe ich denn an die Messe, könnte man mich fragen? Wahrscheinlich hat dies mit meinen und den gelernten Werten zu tun. Man stand zusammen als Familie. Auch wenn jeder seinen eigenen Projekten nachging, meine Mutter selbst ihr Unternehmen hatte, war es wichtig, einander zu unterstützen. Dort zu helfen wo es geht. Und so war es auch diese Woche. Weil mein Bruder Hilfe brauchte, da er an der Messe war, haben meine Kinder mitgeholfen. Selbstverständlich hatten sie auch den Antrieb etwas zu verdienen, doch was mich selbst stolz machte, war ihre Aussage: «Wir gehen, weil Valery,  (mein Bruder)  Hilfe brauchen kann.»  Dies ist einer der Werte, die ich mitbekommen habe. Das Geschäft war ja täglich Thema am Mittagstisch.
Wir Kinder haben die Probleme von Unternehmern mitbekommen und man packte an, wenn es nötig war. Und klar man durfte auch die schönen Seiten geniessen. Doch man wusste, von nichts kommt nichts. Ein weiterer Wert und so könnte ich noch viele solcher Werte aufzählen. Jedoch geht es mir nicht mal so sehr um die einzelnen Werte, es geht mir darum, wie wichtig Werte sind. Und wie Werte Generationen überleben, begleiten und schlussendlich erfolgsentscheidend sind.

Der Wert dieser Werte verkörperte für mich die Holzmesse. Mein Vater hat seine / unsere Werte nicht auf die Homepage geschrieben. Doch er verkörperte diese täglich. Doch bin ich mir sicher, dass sich meine Eltern mit dem Thema stetig auseinandersetzten. Und so wurde die Firma geführt und an die nächste Generation übergeben. Es ist also wichtig, sich über Werte Gedanken zu machen. Noch wichtiger ist diese zu leben, denn nur so können sie gespürt werden und bekommen sie einen gewissen «Vibe». Und genau dieser Vibe trägt eine Unternehmung über Generationen und stärkt den Boden einer Existenz.

 

Fabienne Ballmer

 

Bild: Holzmesse 2019 

 

 

 

 

 

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Ehrenamt oder work – life – balance? oder beides zusammen?!

Ehrenamt oder work – life – balance? oder beides zusammen?!

EHRENAMT ODER WORK – LIFBALANCE? ODER BEIDES ZUSAMMEN?!

Corona hat vieles verändert. Vielleicht nehmen wir vieles gar nicht so bewusst war. Ein Thema welches mich sehr beschäftigt, ist das Vereinsleben und die ehrenamtliche Arbeit. Selbst seit 5 Jahren amtierende Präsidentin eines Skivereins im Baselbiet. Ja genau Skivereins in der Region Basel!
Da könnte man sich jetzt fragen, funktioniert dies noch? Stolz darf ich sagen. JA – und zwar ist unser Nachwuchs seit Jahren zunehmend. Wir führen sogar noch eine «Racingabteilung». Ok, vielleicht sind da wirklich die sehr angefressenen Kinder und Familien dabei. Doch ohne «Racingabteilung» wären wir schon lange zur Skiriege mutiert, die 1-2 Funweekends pro Jahr organisiert. Auch dies ist wichtig. Um eine Sportart jedoch zu fördern und auf nationaler wie auch internationaler Wettkampfebene an der Spitze zu sein, braucht es die Basisarbeit der Vereine und die Förderung von Nachwuchs im Wettkampfbereich.

Doch genau diese Basisarbeit, wo der Spass und die Freude am Sport im Zentrum steht, und trotzdem Nachwuchs gefördert wird, kann sehr aufwendig sein.
Ohne Sponsoren wäre es nicht mehr denkbar, ohne J&S und somit den Bund schon gar nicht. Es braucht ein Leiter- oder Trainerteam. Dazu müssen diese stetig aus- und weitergebildet werden. Es braucht ein funktionierendes Vereinsleben, vielleicht auch verschiedene OK’s für die Wettkampforganisation, denn Wettkämpfe auf diesem Niveau sind ja auch alle auf Freiwilligenarbeit basierend. Und so hat sich ein Verein die letzten Jahre, gerade weil er auf finanzielle Hilfe angewiesen ist, um überhaupt ein Angebot zu bieten, welches für alle Einkommensklassen stemmbar ist, in diversen Sparten professionalisiert. Wenn man Sponsoren möchte, braucht man einen gescheiten und vertrauenswürdigen Auftritt. Es braucht Konzepte usw.

Doch auch die Anforderung an ein Trainerteam nimmt laufend zu. Die Arbeiten können fachlich erledigt werden. Doch oft ist der Faktor Zeit das Problem, da unsere Terminkalender schon bis an den Rand gefüllt sind. Der Druck in den Jobs hat zugenommen und das Bedürfnis nach Individualität und mehr Zeit für sich hat zugenommen. Z.B. Trainer, die die Wochenenden auf dem Schnee stehen – bei jedem Wetter. Die Verantwortung zu übernehmen, Kinder von A nach B mit einem Bus zu chauffieren, ist nicht zu unterschätzen. Abgesehen von der ganzen Organisation rund um das eigentliche Training. Um an J&S (Jugend und Sport) Gelder zu gelangen, braucht es einen J&S Coach, welcher Qualitätskontrolle durchführen muss und zudem einige Formalitäten erledigt haben sollte, damit man finanziell unterstützt wird.

All diese Arbeiten werden vielerorts im Ehrenamt erledigt. Bis Corona war es zwar immer mal wieder ein Thema. Doch Corona hat uns gelernt, dass es auch ohne Veranstaltungen und vorgegebene Events möglich ist. Dass man seinen Terminkalender vielleicht lieber selbst gestaltet als noch neben der Arbeit von einem Vereinsleben getrieben ist. Wir haben vielleicht gesehen, dass das Leben auch ohne Vereinsaktivität läuft. Man hat sich andere Hobbys gesucht. Vielleicht hat auch der eine oder andere in dieser Zeit komplette Veränderungen vollzogen und dadurch sein Amt niedergelegt.

Work – Life – Balance ist und wird immer wichtiger. Dies kann man gut finden, doch bewusst sein muss man sich, die Vereine leider zum Teil sehr unter diesem Phänomen. Und ich stehe dazu, auch ich habe mir in dieser Zeit einige Gedanken darüber gemacht und bin auch nicht mehr zu jedem Preis bereit, mich «aufzuopfern». Sind wir ehrlich, vielen geht es ähnlich, man weiss, es braucht ehrenamtliche Arbeit, doch am Schluss muss man selbst schauen, dass man alles unter einen Hut packen kann. Ich spreche übrigens nicht von grossen Vereinen mit grossen Sponsoren, ich spreche von den vielen kleinen, die um jeden Franken kämpfen, ein breites Angebot bereit stellen und damit ein Teil der Basis unseres Leistungs- und Spitzensport legen.

Doch wie überleben die Vereine in Zukunft? Wie können wir das so wichtige Sozialgebilde in der Schweiz schützen? Und wie können wir ehrenamtliche Arbeit attraktiv halten? Vielleicht sind dabei auch Arbeitgeber gefordert? Oft ist ein Mitarbeiter, der nebendran ein solches Amt inne hält, ein guter und vielseitiger Mitarbeiter.
Doch müssen wir uns vielleicht auch bewusst werden, dass man Vereine nicht mehr gleich organisieren kann wie noch vor 20 Jahren. Dass Arbeit vielleicht auf mehrere Schultern verteilt werden müsste. Vielleicht gibt es auch Arbeiten, die im Ehrenamt kaum mehr zu bewältigen sind. Dies könnte ja auch neue Geschäftsmodelle ergeben. Vielleicht stellen sich Menschen für gewisse Arbeiten entgeltlich zur Verfügung.

Um vorwärts zu gehen und nicht stehen zu bleiben braucht es manchmal jedoch auch kleinere Schritte zu gehen. Alles ist besser als aufzugeben oder einfach stehen zu bleiben. In anderen Worten; kleinere Brötchen backen. Anstatt etwas ganz zu beerdigen, vielleicht das machen, was man mit den vorhanden Ressourcen machen kann. Ein Lager weniger, ein Anlass weniger – usw.. Doch der Verein geht weiter. Der Verein kann weiter eine Grundlage bilden und vielen jungen Menschen den Zugang zum Sport ermöglichen. Neben dem Zugang oder dem Erlernen einer Disziplin darf man den sozialen Aspekt nicht ausser Acht lassen.
In Vereinen profitiert man zuerst selbst und später ist man in einem Amt tätig, um etwas zurück zu geben. Ein Verein kann auch eine Art «Lehrstelle» für das Berufsleben sein. Um dies zu realisieren, braucht es jedoch oftmals Vorbilder. Wenn alle nur noch von «Work – life – Balance» sprechen und nicht für Kompromisse bereit sind oder auch eigene Wege gehen, wird die Grundidee der Gemeinschaft nicht weitergegeben.

Darum motivieren wir unseren Nachwuchs in einem Verein mitzuwirken. Da geht es nicht nur ums Siegen, sondern auch Teil von etwas ganz Grossem zu sein. Dieses ganz Grosse ist vielleicht auch unser Sozialsystem. Unser System, wo alle eine Chance erhalten. Dies könnte der Sinn des Ehrenamtes sein. Den Sinn diese Art von Gemeinschaft unseren Nachkommen weiter zu geben. Doch sind wir uns auch bewusst, dass die Strukturen und die Bereitschaft der «Aufopferung» vielleicht nicht mehr genau gleich sind wie noch vor einigen Jahren.

Packen wir es an. Verbinden wir Ehrenamt mit Work-Life-Balance und einer Professionalität, die es braucht, um eine Basis für Sport und Kultur zu bilden und führen wir die Vereine mit neuen Strukturmodellen weiter in die Zukunft!

Für mehr Wandel oder Anstösse, Impulse oder Begleitung.

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Zum Muttertag und der Imperfektion 

Zum Muttertag und der Imperfektion 

Ich glaub ich bin eine eher Imperfekte Mutter. Ich trage meinen Kindern keine Turntasche nach, lasse sie mit Hausaufgaben auch mal selbst probieren und auch schlechte Noten schreiben.

Ich stehe nicht jeden Morgen mit ihnen auf (also sie sind ja auch Teenies), mache ihnen keine Znüniboxen bereit und hole sie auch nicht von jeder Party ab, nur dass sie um 12 zuhause sind, sondern lasse sie den Nachtbus nehmen oder halt mal nach Hause laufen.
 
Oft war ich eher eine faule Mutter, ich wurde zum Teil auch komisch angeschaut, wenn ich ab einem gewissen Alter meine Kinder alleine auf den Sportplatz liess und nicht neben ihnen gesessen bin und ihnen zuschaute, wie sie sich selbst entdecken wollten.
 
Oder wenn ich ihre Streitigkeiten selbst lösen lies und mich nicht einmischte. Ich hatte übrigens oft auch das „Pflästerli“ nicht im Täschli dabei, wenn es eines gebraucht hätte.
 
Doch wisst ihr was: Trotzdem sind meine Kinder für mich das Grösste und trotz gewisser Faulheit, wenn sie mich brauchen, bin ich immer für die da. Sie können mir zu 200 Prozent vertrauen und noch so gerne zeige ich ihnen, dass ich auch nur Mensch bin und tausend Fehler habe. Doch die Liebe immer grösser ist, als alles andere auf der Welt. Am Ende eines Tages es egal ist, wie man sich auf die Nerven ging und man trotzdem ein liebes „gute Nacht“ sagen kann und das Imperfekte so gegenseitig verziehen und akzeptiert wird und sich so in Perfektion wandelt.

 

fabienneballmer.ch

 

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